FORDEC: Strukturierte Entscheidungsfindung im Krisenmanagement

FORDEC: Die strukturierte Methode für schnelle und sichere Entscheidungen - nicht nur in der Krise
In komplexen Krisen müssen oft weitreichende Entscheidungen unter hohem Zeitdruck und Stress getroffen werden. Die FORDEC-Methode (auch als FOR-DEC, FORDEC-Modell oder FORDEC-Regel bekannt) ist ein bewährtes, sechsstufiges Handlungsschema zur Entscheidungsfindung, das ursprünglich aus der Luftfahrt stammt. Sie wurde entwickelt, um die Qualität von Entscheidungen in komplexen und dynamischen Stresssituationen zu verbessern.
Der FORDEC-Kreislauf: Sechs Schritte für ein souveränes Krisenmanagement
Die Bezeichnung FORDEC ist ein Akronym, das als Merkhilfe für den strukturierten Ablauf dient. Der Prozess ist ein geschlossener Kreislauf (Closed-Loop-Verfahren), der so oft wiederholt wird, wie es die Lage erfordert. Die Methode trennt bewusst die Analyse- (F-O-R) von den Handlungsschritten (D-E-C), um das menschliche Urteilsvermögen in Stresssituationen zu verbessern und Wahrnehmungsfehler zu verhindern.
- Facts (Fakten)
Was sind die Fakten? Sammeln Sie alle relevanten Informationen, um ein einheitliches mentales Modell der Gesamtlage zu erhalten. Jede Aussage (ob Beobachtung oder Vermutung) sollte zusammengetragen werden, idealerweise aus verschiedenen Sichtwinkeln aller Beteiligten. - Emergency measures (Notfallmaßnahmen)
Sofern die gesammelten Erkenntnisse umgehende und alternativlose Notfallmaßnahmen erfordern, sind diese an dieser Stelle einzuleiten (z.B. Alarmierung von Notfalldiensten, Evakuierung von Menschen) - Options (Handlungsoptionen)
Wie können wir auf die Situation reagieren? Alle Teilnehmer erarbeiten die sich aus den Fakten ergebenden Möglichkeiten und Handlungsoptionen. - Risks and Benefits (Risiken und Vorteile/Chancen)
Was spricht für und was gegen die Optionen? Erstellen Sie bspw. eine Pro- und Kontraliste für jede Option und vergleichen Sie diese. Die Diskussion dieser Risiken und Vorteile in der Gruppe ist entscheidend. - Decision (Entscheidung)
Welche Handlungsoption ist die Beste? Nachdem Fakten abgeklärt, Optionen herausgearbeitet und Vor- und Nachteile bewertet wurden, erfolgt die Entscheidungsfindung. - Execution (Ausführung)
Wer macht was bis wann? Jetzt ist die Verteilung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben wichtig. Dies leitet die Umsetzung in konkrete Maßnahmen ein. - Check (Kontrolle)
Greifen die Maßnahmen? Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Ausführung die gewünschten Ergebnisse liefert. Wenn die Situation es erfordert, muss der Kurs geändert werden. Die Ergebnisse des Checks fließen in die nächste Facts-Runde ein.
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